Reparatur Graupner-Antriebsachse

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Klaus Bergdolt
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Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von Klaus Bergdolt » Mo 30. Mai 2011, 21:46

An anderer Stelle tauchte das Problem einer gebrochenen Antriebsachsenlagerung auf. Deswegen hier ein seperates Thema darüber.
Pelorix hat geschrieben:...hast Du das schon mal gemacht?? Bilder???
Ja, heute. Extra wegen Dir. ;)
Das ist nämlich das schöne an diesem Forum. Da hole ich mir oft so manche Motivation, für das was eh gemacht werden muss. :)

Bild 1 zeigt meine Situation wie ich sie profisorisch nach Ausbruch "geflickt" habe.
War eigentlich sehr haltbar, denn die 6mm Bronzebuchse passt perfekt in den Lagerbock. Stellring drauf, - fertig.

Bild 2: Der Stellring ist extra ein bisschen weggerutscht, damit man das Kugellager besser sieht. Die Lagerhülse ist ein 12/10mm Ms-Rohrabschnitt, der in dem Ms-U-Profil-Blech verlötet ist.

Bild 3: Die Situation an der Schwinge. Das Blech wird durch die Schwinge fixiert.

Bild 4: Fertige Einbaulage in der Übersicht.

Aufwand ca. 30min, Materialkosten keine 3€.
Man könnte das natürlich auch noch über das ganze Laufwerk ausdehnen. Aber da mein Graupner im wesentlichen noch "ein Graupner" ist, spare ich mir diese Action. ;)
Frohes Schaffen!
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Gruß, Klaus

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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von Pelorix » Mo 30. Mai 2011, 21:52

Suuuuuuuper Klaus - vielen Dank! Ich hatte da zwischenzeitlich eine Idee, werde die aber eher verwerfen und bei der Gelegenheit auch auf Kugellager umbauen :P
Schöne Anleitung.....
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Viele Grüße Peter

"Kinder und Männer unterscheiden sich in der Größe ihres Spielzeugs"

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Klaus Bergdolt
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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von Klaus Bergdolt » Sa 30. Mai 2020, 19:48

Hallo Graupnerfans

9 Jahre später ist heute auch die zweite Antriebsachsenhalterung verreckt. :(
Ich habs dadurch gemerkt, da das Fahrzeug nicht mehr geradeaus fuhr. Irgendwas war schwergängig im Getriebe.
Das geht mit gebrochener Lagerung lange gut, da die Kraft von den Zahnrädern aufgefangen wird, aber dadurch massiv Reibung entsteht.

:arrow: Da alle Bruchstücke noch da waren, hab ich die Reparatur diesmal einfacher gemacht:
- Zuerst alles schön mit Nitro entfetten und anlösen,
- dann die Bruchstücke mit Sekundenkleber sorgfältig verpäppt,
- und dann zur Stabilisierung noch eine Hülse über das Ganze.

:idea: Die Crux der Geschichte:
a) Die Kugellagerung ist eigentlich prima, überträgt aber die Radialkräfte vom Sternrad ausschließlich auf den äußersten Kunststoffring :!:
Und das kann im Gegensatz zu einer großen, formschlüssigen Kunststoffbuchse, nicht endlos gutgehen. :oops:

b) Alle Vintagefreunde, die einen Graupner für munter dreistellige €-Beträge ergattern wollen. Oder ihr eigenes Schätzchen für ebenso wertvoll halten, sollten sich solche Bruchstellen immer vor Augen halten. Der Kunststoff wird nicht mehr besser! Und wenn er noch so unbespielt ist.
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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von Albert » Sa 30. Mai 2020, 23:01

Hallo Klaus,

Sehr gute Anleitung! Dass du dich noch nach 9 Jahren erinnerst, was du damals gepostet hast... :shock:

Um eine Reparatur zu vermeiden, habe ich wahrscheinlich ebenfalls vor so vielen Jahren sicherheitshalber diesen Bereich verstärkt, nachzulesen hier:
https://www.pistenraupen.com/graupner.html

Mittlerweile würde ich statt des Alu-Winkelprofils ein Druckteil verwenden. Das haben andere bereits so gemacht, wenn ich mich richtig erinnere.

Grüße,
Albert
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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von ToFro » Mo 1. Jun 2020, 18:18

Hallo zusammen,
dann will ich mal in meine noch ältere Erinnerungskiste greifen:
Vor über 30 Jahren habe ich 1:12er RC-Cars gebaut und gefahren (teils sogar recht erfolgreich...). Damals war schon das Problem, dass Kunststoff und Sekundenkleber sich nicht gut vertragen haben. Man bekommt die Teile zwar prima wieder zusammen, der Sekundenteufel entzieht dem Kunststoff aber das Wasser. :twisted: Damit wird er dann spröde (der Plastikkram, nicht der Teufel!) und hält erst recht nicht mehr. Das passt eigentlich auch ins Bild, dass die alten Graupner-Wannen an den kritischen Stellen "bröckeln". Die haben meiner Meinung nach über die Jahre einfach zu viel Wasseranteil verloren.
Damals habe ich super Erfahrung damit gemacht, dass ich die RC-Car Teile wie Achsträger, Achsschenkel und alles mechanisch kritische Zeug in kochendem Wasser ca. 10 Minuten gekocht habe (vorher unbedingt die Elektronik abbauen! :roll: ). Damit kam der Wasseranteil wieder hoch und das Zeug war absolut unkaputtbar! Ich weiß leider nicht mit Sicherheit welches Material das damals war, aber einen Versuch wäre es doch evtl. wert? Evtl. kann ja jemand im Forum, der aktuell bessere Fachkenntnisse mit Kunststoff hat, zu dieser Anregung einen zum Besten geben. Und Regress oder Garantie zu abgekochten Graupner-Wannen gebe ich auf keinen Fall!!! :lol:

Viel Erfolg,
Tobi.
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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von pistenjäger » Sa 27. Jun 2020, 17:58

Hi Tobi,

dem Kunststoff ist oft die Stabilisierung mit ein paar NE-Metall Profilen sehr geholfen, vor allem, wenn der Kunststoff schon über 20-30 Jahre alt ist (Graupner Bully). Pistenking hat von vorneherein auch wegen der Originalität die Aluprofile zum kleben und ausbacken, was sehr haltbar ist. Obendein auch leicht. Dazu hat UHU Plus Endfest 300 in verschidenen Mixturen und Temperaturen verschiedene Eigenschaften. Je nachdem, ob z.B. etwas glashart sein soll oder noch Flexibillität braucht. Das kann man der Verpackung entnehmen.

Die Graupner Wanne war zu seiner Zeit z.B. aus kommerziellen Gründen eine Wanne mit angegossenen Achsen beschert. Es soll auch was dran verdient sein. Einzelne Teile haben eine einzelne Fertigung. Das kostet. Soweit ich mich erinnere kostete Anfang der 80er der Graupner 350,-DM als Basis. Bausatz. Ohne Schild, Glättebrett und andere Kleinigkeiten. War damals auch schon viel Geld.

Einer aus dem Forum hat sich das Achsteil vom Sternrad per 3D-Druck gemacht und drüber geklebt. Das hält auch bombig.

Grüße Michi

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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von BULLY_19 » Di 30. Jun 2020, 10:53

Hallo Leute ,

zu dem Thema habe ich auch noch etwas zum berichten :

Da ich gerade dabei bin 3 Graupner zu restaurieren , habe ich mir das gleich im vorhinein überlegt was ich mache . Da ich sowieso alle grundiert und schwarz matt lackiert habe , habe ich gleich wie hier im Forum schon mehrmals beschrieben die Achsstrebe mit UHU Endfest geklebt . Die Strebe selbst habe ich konstruiert und mit dem 3D Drucker gedruckt .

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LG Raphael

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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von Haase » Fr 3. Jul 2020, 15:48

Hallo Raphael

Wäre es möglich die Datei zu bekommen?

Gruß Stefan
Und wenn ich einmal sterbe, begrabt mich mit dem Gesicht nach unten.. So, dass jeder, der mich noch nie mochte, nochmal am Arsch lecken kann..!

Mein Graupner Pistenbully Baubericht!

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Re: Reparatur Graupner-Antriebsachse

Beitrag von fredl » Sa 4. Jul 2020, 14:50

Servus Raphael ;)

Eine gute Idee und schaut sehr gut aus deine Lösung!

Ich hatte bei meinem Graupner das Problem, dass der Reihe nach die Aufnahmen/Gewindebohrungen für die Achsschenkel zerbröselt sind. Nach notdürftigen Reparaturen/Klebereien, musste dann mal eine dauerhafte Lösung her.

Zuerst wurde gemessen, wie weit die Aufnahmen von der Wanne wegstehen. Dann mit dem Dremel das "kariöse" Material entfernt und mit Alurundmaterial aus dem Baumarkt neu aufgebaut. Bei der Länge der Alurohrstücke, die Schenkeldicke des noch folgenden Aluwinkels nicht vergessen! Vor dem Verkleben mit Uhu-Endfest alles schön sauber machen und gut entfetten, damit`s auch vernünftig hält ;)

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In einem Aluwinkel wurden dann in entsprechenden Achsabstand, Einziehmuttern montiert und das Ganze dann wieder mit reichlich Uhu-Endfest auf den Alurohren verklebt.
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Die Abstützung am Ausgang der Antriebswelle ist auf diesem Foto noch nicht im finalen Zustand und die kleinen Bohrungen für die Federn fehlen hier auch noch!!!

Im montierten Zustand sieht es dann so aus.
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IMG_7779.jpg

Ein zweitätiger Dauertest bei unserem letzten Treffen in Siegsdorf im Februar wurde sehr gut und ohne Probleme überstanden 8-)

Beachtet bitte also bei euren Reparaturvarianten unbedingt, dass in absehbarer Zeit auch bei euren Graupner Chassis, hier der Kunststoff sich in Wohlgefallen auflösen wird!!!

Viel Erfolg beim Reparieren, viele Grüße und bleibt`s gsund ;)
Fredl
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